
Fabian Wagner, Gründer von Blax
Veröffentlicht am
Die kurze Antwort
Shopify passt, wenn Sie einen fertigen Shop mieten, nie an einen Server denken und mit den Gebühren und Bedingungen von Shopify leben können. WooCommerce passt, wenn der Shop auf Ihrem eigenen Hosting mit Ihrer eigenen Datenbank laufen soll und Sie alles ändern können wollen. Dafür muss sich jemand darum kümmern, dass WordPress und die Plugins aktuell bleiben. Ist der Shop der Kern Ihres Geschäfts und braucht er eigene Logik, passt vielleicht keines von beiden am besten, und ein individueller Shop ist einen Blick wert.
Wir bauen und hosten WooCommerce-Shops und individuelle Shops auf Laravel und Nuxt. Auf Shopify bauen wir nicht. Jede Shopify-Zahl unten stammt von Shopifys eigenen Seiten, mit dem Datum, an dem wir sie geprüft haben.
Was es jeden Monat kostet
Die österreichische Preisseite von Shopify nannte am 5. November 2026 diese Abos, in Euro pro Monat:
| Abo | Monatliche Zahlung | Jährliche Zahlung |
|---|---|---|
| Basic | 32 € | 24 € |
| Grow | 92 € | 69 € |
| Advanced | 384 € | 289 € |
| Plus | ab 2.100 € | nicht angegeben |
Ob die Preise Umsatzsteuer enthalten, steht nicht auf der Seite. Shopify hostet den Shop, eine eigene Hosting-Rechnung fällt also weg. Kostenpflichtige Themes und Apps kommen dazu, ihre Preise sind sehr unterschiedlich.
WooCommerce selbst ist kostenlos und Open Source, ohne monatliches Abo. Die Kosten liegen woanders: Hosting, ein Theme, bei Bedarf kostenpflichtige Erweiterungen und die Zeit, die es braucht, WordPress, WooCommerce und jedes Plugin aktuell zu halten. Das hängt so stark vom Shop ab, dass jede Pauschalzahl erfunden wäre. Lassen Sie sich von dem, der den Shop baut, vor dem Start eine schriftliche Liste der laufenden Kosten geben.
Was jede Bestellung kostet
Sobald Bestellungen hereinkommen, zählen die Zahlungsgebühren mehr als das Abo. Die Sätze für Händler in Österreich, Stand 5. November 2026:
| Zahlung | Shopify Payments | WooPayments | Stripe |
|---|---|---|---|
| Karte aus Österreich oder dem EWR | 2 % + 0,25 € (Basic) bis 1,5 % + 0,25 € (Plus) | 1,5 % + 0,25 € | 1,5 % + 0,25 € (Standardkarten aus dem EWR) |
| EPS | 1,75 % + 0,25 € | 1,8 % + 0,25 € | 1,6 % + 0,25 € |
| Klarna | 2,99 % + 0,35 € (Plus: 2,19 % + 0,35 €) | siehe Gebührenseite | ab 2,99 % + 0,35 € |
Quellen: Shopify-Preise, WooPayments-Gebühren, Stripe-Preise und lokale Zahlungsmethoden bei Stripe.
Karten von weiter weg kosten überall mehr. Shopify nennt für Amex und internationale Karten 3,5 % bei Basic bis 3 % bei Plus. WooPayments schlägt für Karten von außerhalb Europas 2 % auf. Stripe verlangt für Karten von außerhalb des EWR und Großbritanniens 3,15 % + 0,25 € und für Premiumkarten aus dem EWR 2,8 % + 0,25 €. Laut WooPayments fallen auf die Gebühren 20 % Umsatzsteuer an, außer Sie haben eine gültige UID-Nummer.
Ein Detail bei Shopify verändert die Rechnung: Nutzen Sie einen anderen Zahlungsanbieter als Shopify Payments, verlangt Shopify zusätzlich zu dessen Gebühren eine eigene Transaktionsgebühr, 2 % bei Basic, 1 % bei Grow, 0,6 % bei Advanced und 0,2 % bei Plus.
So zahlt Österreich: EPS, Klarna, Karte, Apple Pay, PayPal
Bei Shopify läuft das meiste über Shopify Payments, das in Österreich verfügbar ist. EPS ist eingeschaltet, sobald Shopify Payments eingerichtet ist, für Kund:innen in Österreich, die in Euro zahlen. EPS-Zahlungen lassen sich nicht zurückbuchen, weil die Kund:innen sie im Onlinebanking bestätigen. Bei einer Erstattung behält Shopify aber die Bearbeitungsgebühr. Klarna hat auf der Preisseite einen eigenen Satz. Für Apple Pay brauchen Sie einen Kartenanbieter, der es unterstützt, Shopify Payments oder einen anderen. PayPal kommt als PayPal Express Checkout: Jeder neue Shop bekommt ein Konto, dessen Einrichtung Sie abschließen, und es gelten die Gebühren von PayPal.
Bei WooCommerce wählen Sie die Zahlungserweiterung. WooPayments ist in Österreich verfügbar und nennt einen Satz für EPS. Die Stripe-Erweiterung führt EPS, Klarna, Apple Pay und Google Pay unter ihren Zahlungsarten. PayPal bietet eine eigene Erweiterung an, WooCommerce PayPal Payments.
In den Shops, die wir bauen, zahlen Kund:innen über Stripe mit Karte, EPS, Klarna, Apple Pay und Google Pay, PayPal kommt auf Wunsch dazu. Wählen Sie die Zahlungsarten, die Ihre Kund:innen schon nutzen. Für Kund:innen in Österreich würden wir EPS immer neben die Karte stellen.
Wem die Daten gehören und wer hostet
Shopify ist Software als Dienst. Ihre Produkte, Kund:innen und Bestellungen liegen auf den Systemen von Shopify. Laut den Nutzungsbedingungen erwirbt Shopify kein Eigentum an dem, was Sie hochladen, braucht aber eine weltweite Lizenz daran (Abschnitt 8.1). Und Shopify darf Ihr Konto "for any reason, without notice and at any time (unless otherwise required by law)" sperren oder kündigen (Abschnitt 14.3). Nach der Kündigung geht der Shop offline, und Sie kommen nicht mehr in das Konto (Abschnitt 14.4). Produkte können Sie als CSV exportieren, die Produktbilder sind aber nicht in der Datei, nur Links darauf. Exportieren Sie regelmäßig, was Sie brauchen, nicht erst am Tag des Wechsels.
WooCommerce läuft auf einem Hosting Ihrer Wahl, und die Datenbank gehört Ihnen. Sie können sie kopieren, zu einem anderen Hoster mitnehmen oder einer anderen Agentur übergeben. Der Preis dieser Kontrolle ist Verantwortung: Jemand muss Updates einspielen, auf Sicherheitslücken achten und Backups haben, die sich wirklich wiederherstellen lassen.
Bei den Shops, die wir betreuen, sind das wir. Wir hosten sie auf unseren eigenen Servern, gemietet bei Hetzner in Deutschland, testen jedes Update zuerst auf einer Kopie und prüfen Backups, indem wir sie wiederherstellen.
Den Shop erweitern
Shopify erweitern Sie über Apps und Themes. Die Grenzen zeigen sich im Checkout: Checkout-UI-Erweiterungen für die Schritte Informationen, Versand und Zahlung sind "available only to stores on a Shopify Plus plan". Braucht Ihr Checkout etwas Ungewöhnliches, klären Sie früh, was das in Ihrem Abo bedeutet.
WooCommerce ist PHP in WordPress, und Sie können jeden Teil mit einem Plugin oder eigenem Code ändern. Wir haben etwa einen Konfigurator gebaut, mit dem Kund:innen Eisbecher mit eigenem Etikett zusammenstellen, und einen Such-Agenten, der Kund:innen benachrichtigt, sobald ein passendes Produkt eingestellt wird, beide als WooCommerce-Plugins. Der Haken: Jedes Plugin ist Code, den jemand aktuell halten muss, und zehn Plugins von zehn Anbietern altern unterschiedlich schnell.
Ist der Shop das Geschäft selbst, mit eigenen Preisregeln, einem Lagerstand pro Artikel oder einem Checkout im eigenen Look, bauen wir ihn individuell auf unserem Open-Source-Shoppaket für Laravel mit einem Nuxt-Frontend. Das ist am Anfang mehr Arbeit, dafür bekommen Sie genau den Shop, den Sie brauchen.
Die Rechtstexte, die eigentlich Code sind
Das ist keine Rechtsberatung, und den Wortlaut von AGB, Impressum und Datenschutzerklärung klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung. Manche Pflichten sind aber Funktionen, die jemand bauen muss:
- Impressum. Nach § 5 ECG muss der Shop Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und weitere Angaben ständig "leicht und unmittelbar zugänglich" halten. In der Praxis: ein Link im Footer jeder Seite.
- Cookie-Einwilligung. § 165 Abs. 3 TKG 2021 erlaubt das Speichern oder Auslesen von Informationen auf dem Gerät der Besucher:innen nur mit Einwilligung, außer es ist unbedingt nötig, um den Dienst bereitzustellen. Statistik- und Marketing-Tags warten, bis die Besucher:innen zustimmen.
- Bestellbutton. § 8 Abs. 2 FAGG verlangt, dass der letzte Button "zahlungspflichtig bestellen" oder etwas ebenso Eindeutiges sagt.
- Muster-Widerrufsformular. § 4 Abs. 1 Z 8 FAGG verlangt die Informationen zum Rücktrittsrecht samt dem Muster-Widerrufsformular aus Anhang I Teil B. Verlinken Sie es im Checkout und in der Bestellbestätigung.
- Rücktrittsfunktion. Für Verträge, die nach dem 30. September 2026 über eine Online-Benutzeroberfläche geschlossen werden, verlangt § 13a FAGG eine Funktion mit der Aufschrift "Vertrag widerrufen" oder ebenso eindeutig, die während der ganzen Rücktrittsfrist verfügbar ist. Darüber schicken Kund:innen den Rücktritt mit Namen, Angaben zur Bestellung und einer Adresse für die Bestätigung ab, über einen Button "Widerruf bestätigen". Der Shop schickt dann auf einem dauerhaften Datenträger eine Eingangsbestätigung mit Datum und Uhrzeit.
- Barrierefreiheit. Seit 28. Juni 2025 müssen Shops, die an Verbraucher:innen verkaufen, barrierefrei sein, außer die Ausnahme für Kleinstunternehmen greift. Was das heißt, steht in unserem Leitfaden zur Barrierefreiheit im Onlineshop.
Shopify hat einen eingebauten Cookie-Banner, den es für Besucher:innen aus dem EWR einrichtet, wenn Sie dort verkaufen, und eine Vorlage für die Datenschutzerklärung. Für die Rücktrittsfunktion prüfen Sie, was Ihr Theme oder eine App bietet. Bei WooCommerce und individuellen Shops ist jeder dieser Punkte ein Posten auf der Bauliste, und wir bauen sie.
Wann wir was wählen würden
Shopify, wenn Sie Standardprodukte verkaufen, sich um keinen Server kümmern wollen, Ihr Team gern im Shopify-Admin arbeitet und die Gebühren bei Ihrem Umsatz aufgehen. Das ist eine vernünftige Wahl. Wir sind dafür nur nicht die Richtigen.
WooCommerce, wenn Sie schon WordPress nutzen oder Inhalte und Shop an einem Ort haben wollen, Standardprodukte mit ein paar Sonderwünschen verkaufen und Ihre Daten auf einem Hosting liegen sollen, über das Sie bestimmen.
Ein individueller Shop, wenn der Shop der Kern Ihres Geschäfts ist, Logik braucht, die Plugins nur annähernd abbilden, oder Lagerstand und Bestellstatus live zeigen soll, sobald sie sich ändern. Solche Shops bauen wir auf Laravel und Nuxt mit einer WebSocket-Verbindung, damit sich die Seite ohne Neuladen aktualisiert.
Sie möchten Hilfe bei der Entscheidung? Unser Angebot für Onlineshops zeigt, was wir bauen und hosten. Beschreiben Sie uns über das Kontaktformular Ihre Produkte und wie Sie verkaufen, und wir sagen Ihnen, welche der drei Varianten wir wählen würden und warum, auch wenn die Antwort Shopify heißt.
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